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Perlmutt – der irisierende Glanz reiner Natürlichkeit!

Perlmutt ist eine perlenartige Schicht innerhalb der Schale einiger Weichtiere und gehört zu den ältesten Materialien für die Schmuckherstellung. Sogenannte Perlmuttchips waren auch ein gängiges Zahlungsmittel, das erst mit dem Münzwesen an Attraktivität verlor. Im polynesischen Inselarchipel wird das hochwertige Material noch heute als Geldmittel verwendet. Der wahre Wert von Perlmutt liegt aber in seinem Erscheinungsbild und dem unnachahmlich irisierenden Glanz seiner naturgegebenen Oberfläche. Diese leuchtet je nach Lichteinfall facettenartig in allen Farben des Regenbogens und besticht durch seine unnachahmliche Schönheit.

Was ist Perlmutt für ein Materialund welche optischen und mechanischen Eigenschaften besitzt es?

Perlmutt besteht weitestgehend aus Calciumcarbonat, einer mineralischen Molekülstruktur, die als Aragonit kristallisiert. Das Kristallwachstum kann dabei oolithisch, kugelig, gebändert, parallelfaserig und anders erfolgen, sodass ein glasähnlicher Glanz entsteht. In reiner Form ist Aragonit farblos und gewinnt Farbe erst durch Gitterbaufehler oder Fremdeinlagerungen. Beim Perlmutt sind diese Fremdeinlagerungen organischer Natur und haben einen Massenanteil von circa fünf Prozent. Demnach besteht Perlmutt als Material zu fünfundneunzig Prozent aus Calciumcarbonat. Dieses Mineral ist in pseudo-hexagonalen Plättchen angeordnet, die folgende Eigenschaften besitzen:

  • Durchmesser 5-15 Mikrometer
  • Höhe 0,5 Mikrometer
  • laterale Schichten- und vertikale Stapelanordnung
  • organische Matrix zwischen den Schichten
  • Matrix besteht teilweise aus Chitin, Collagen, Seidenfibroin und Proteinen

Die mechanischen Eigenschaften von Perlmutt werden durch die Molekülstruktur bestimmt. Während die Aragonit-Plättchen stapelförmig übereinandergestapelt werden, ist der Zwischenraum ein geeigneter Nährboden für organische Strukturen aus Protein und anderen körpereigenen Substanzen. Abgesehen vom Aragonit, dessen Transparenz undurchsichtig bis durchsichtig sein kann und sowohl weiss, grau, farblos als auch grün, gelb und rot in Erscheinung tritt, werden die chemischen Eigenschaften durch den Verbund gebildet. Aragonit allein ist spröde, was ebenfalls für das Perlmutt gilt. Neben dem oberflächlichen Glasglanz oder Fettglanz lässt sich auch der Brechungsindex des Materials mit dem von Glas und anderen Quarzen vergleichen.

Wie wird das Perlmutt aus den Muscheln gewonnen?

Perlmutt entsteht – wie die Perle – im Inneren des Muschelgehäuses. Die als Hypostracum bekannte Schicht ist Bestandteil vieler Weichtiere und Mollusken, zu denen etwa die Perlmuscheln, Kreiselschnecken (Trochidae) aber auch Seeohren (Haliotis) gehören.

2016 gelang einer Gruppe von Forschern der University of Science and Technology of China und der Universität Konstanz die künstliche Herstellung von Perlmutt. Die chemische Zusammensetzung des Materials entspricht genau dem natürlichen Vorbild, also brüchigem Kalk als Hauptbestandteil unter Zusatz von Chitin und Seidengel. In der Kosmetikbranche ist dieses Seidengel auch als Fiberglas, UV-Gel und ähnliches Material im Umlauf.

Wie entsteht der irisierende Glanz von Perlmutt?

Der irisierende Glanz des Perlmutts ist der Grund, warum Muschelperlen als Schmucksteine und Anhänger sich nach wie vor grosser Beliebtheit erfreuen. Das Wort Iris, das nichts anderes als Regenbogen heisst, findet bei dem optischen Phänomen des Irisierens seinen farblichen Ausdruck. In der Regel entsteht das regenbogenfarbene Farbspektrum durch die Brechung und Interferenz von Licht an Materialoberflächen und verändert seine Farbe je nach Betrachtungswinkel. Dieses optische Phänomen entsteht physikalisch durch die Überlagerung einfallender und gebrochener Lichtstrahlen.

Welche Anwendungsmöglichkeiten gibt es für Perlmutt?

Perlen erfreuen sich nach wie vor sehr grosser Beliebtheit. Die auf natürliche Weise zu Kugeln geformten Edelsteine sind von Glasperlen zu unterscheiden, die eine viele geringere Wertigkeit besitzen. Folgende Anwendungsmöglichkeiten gibt es für Perlmutt:

  1. Währungsmittel: Sogenannte Perlmuttchips waren gängiges Zahlungsmittel und werden noch heute in Polynesien und in einigen Casinos verwendet.
  2. Schmuck: Perlmutt ist ein beliebtes Material zur Herstellung von Anhänger und Ringen. Perlen werden hingegen bevorzugt für Halsketten, Anhänger und Ohrschmuck verwendet.
  3. Raubfischköder: Perlmutt-Köder werden als sogenannte Waver für den Angelsport genutzt.
  4. Verzierungen: Sowohl Musikinstrumente als auch Möbel werden mit Perlmuttbesätzen (Intarsien) attraktiv in Szene gesetzt.
  5. Besteck: Perlmutt ist aufgrund seiner Geschmacksneutralität vor allem als Eier- oder Kaviarlöffel in Gebrauch.
  6. Kleidung: Hochwertige Knöpfe und werden aus Perlmutt gefertigt.

Worin besteht die Attraktivität von Anhängern, Ringen aus Perlmutt?

Perlen wurden bereits sehr früh in der Menschheitsgeschichte genutzt und als Kultobjekt verehrt. Der älteste bekannt Perlenschmuck liegt im Ägyptischen Museum in Kairo und ist über 4.300 Jahre alt. Die Perle spielt somit in nahezu jeder Kultur eine Rolle und ist als Glücksbringer und Liebessymbol ein weit verbreitetes Schmuckstück. Auch während der Blütezeit des Römischen Reiches war die Perle wie auch Muscheln ein begehrtes Handelsgut. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts war Perlenschmuck fast ausschliesslich dem Adel vorenthalten, danach änderte sich deren Wertigkeit aufgrund des Zuchtperlenanbaus. Heute findet Perlmutt vielfache Verwendung, etwa als Köder (Waver) beim Fischfang.

Welchen Wert besitzt Perlmutt oder ein Strang Perlen?

Die Wertigkeit eines Anhängers oder sonstiger Schmuckstücke und Formen aus Perlen oder Perlmutt ist abhängig von mehreren Faktoren. Zusammenfassend spiegeln sich diese qualitativen Unterschiede in folgende Eigenschaften wider:

  • Perlenart
  • Stärke der Perlmuttschicht
  • Lüster
  • Makellosigkeit und Oberflächenglanz
  • Formen, Farben, Grössen und Sortieren

Bei einem gleichmässigen Durchmesser ergeben sich folgende Näherungswerte, bei einer Perlengrösse von etwa zehn Millimetern:

  • Muschelkernperlen (10 Euro pro Strang)
  • Süsswasserperlen (500 Euro pro Strang)
  • Tahitiperlen (1.000 Euro pro Strang)
  • Südseeperlen (1.500 Euro pro Strang)
  • Akoyaperlen (5.000 Euro pro Strang)

Was beeinflusst die Preise der Perlenstränge?

Die unterschiedlichen Preise der Perlenstränge sind von verschiedenen Faktoren abhängig und ergeben zusammenfassend folgendes Bild:

  1. Muschelkernperlen: Diese Perlen werden künstlich in der Fabrik erzeugt und sind deswegen industriell hergestellte Massenprodukte. Dies schlägt sich auf den Preis nieder.
  2. Süsswasserperlen: Der Preis dieser Perlenart wird stark von der Form und Farbgebung bestimmt. Je runder die Perle und metallischer ihr Lüster, desto kostspieliger wird das Schmuckstück. Süsswasserzuchtperlen ohne eingesetzten Kern sind ebenfalls teurer.
  3. Tahitiperlen: Bei den Tahitiperlen macht die Farbe den Unterschied und seltene Überfarben (Peacock) sind teurer als einfarbige Perlen. Eine Ausnahme bilden tiefschwarze Tahitiperlen, die ebenfalls kostspielig sind.
  4. Südseeperlen: Die Preise für Südseeperlen werden stark von der Oberfläche und Form bestimmt. Runde und oberflächlich makellose Exemplare sind entsprechend hochwertiger. Die Farbe der Südseeperle sollte naturgolden sein.
  5. Akoyaperlen: Diese Perlensorte wird so hoch gehandelt, da die Perlen auf natürliche Art und Weise nur eine Grösse zwischen zehn bis elf Millimeter erreichen. Je grösser die Perlen und je gleichmässiger der Perlenstrang, desto teurer ist das Schmuckstück.

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